Glasfaser oder Kabel: über welche Leitung kommt Gigabit zu dir?

Für 4.090 Orte in Deutschland steht hier, ob 1 Gbit/s über die Glasfaser ankommt, übers Fernsehkabel, über beides oder noch gar nicht. Das sagt mehr als die Zahl im Tarifnamen. Vor allem sagt es, wie schnell du hochlädst.

Vier Orte, vier verschiedene Antworten

So verteilen sich die Orte auf die Leitungen

Gezählt ist eine Leitung, wenn sie mindestens 25 % der Haushalte eines Ortes mit 1 Gbit/s erreicht. Darunter gibt es sie vielleicht in einzelnen Straßen, aber an einer beliebigen Adresse ist sie keine ernsthafte Aussicht.

  • Glasfaser und Kabel 1.440 Orte, zusammen 44.389.758 Einwohner

    Beide Netze schaffen hier Gigabit. Wer umzieht oder wechselt, kann zwischen zwei Leitungen wählen.

    Orte dieser Gruppe

  • Nur über Glasfaser 849 Orte, zusammen 6.367.155 Einwohner

    Gigabit kommt über die Faser, meist aus einem jüngeren Ausbaugebiet. Das Kabelnetz bleibt darunter oder fehlt.

    Orte dieser Gruppe

  • Nur über Kabel 1.187 Orte, zusammen 21.861.721 Einwohner

    Das Fernsehkabel trägt das Gigabit. Glasfaser liegt erst an wenigen Adressen.

    Orte dieser Gruppe

  • Noch keine Gigabit-Leitung 614 Orte, zusammen 3.708.096 Einwohner

    Keine Leitung kommt an 25 % der Haushalte mit 1 Gbit/s heran. Hier bleibt es meist bei DSL.

    Orte dieser Gruppe

Gleiches Tempo im Tarif, verschiedene Leitung im Boden

Die größte Stadt, in der Gigabit fast nur übers Kabel kommt, ist Köln. Unter den größeren Städten liegt die Glasfaser dagegen nirgends so weit vorn wie in Frechen. Wer in beiden Orten einen Tarif mit 1 Gbit/s bucht, bekommt denselben Download und einen ganz anderen Anschluss.

Köln

1.024.621 Einwohner, Nordrhein-Westfalen

Frechen

52.309 Einwohner, Nordrhein-Westfalen

Solche Gegensätze entstehen, weil Netze nicht an Ortsschildern ausgerichtet sind. Wo früh ein Kabelnetz lag, wurde es aufgerüstet und liefert Gigabit, ohne dass jemand die Straße öffnet. Wo keines lag, kam oft ein Glasfaserprojekt und hat die Faser gleich bis ins Haus gelegt.

Zweimal Gigabit, zwei ganz verschiedene Leitungen

Beim Download sind sich beide einig: 1.000 MBit/s. Die Unterschiede liegen in der Gegenrichtung, im Netz dahinter und an der Hauswand.

Glasfaser

Upload
Die bundesweiten Gigabit-Tarife laden mit 500 MBit/s hoch. Videocalls, Cloud-Sicherung und große Dateien laufen damit ohne Warten.
Im Netz
Auch Fasern werden geteilt, aber die Reserve ist groß. Im Alltag merkst du davon kaum etwas.
Am Haus
Liegt die Faser noch nicht im Gebäude, braucht es einen Hausanschluss. Im laufenden Ausbau kostet er oft nichts, später kann er teuer werden. In einem Mietshaus muss der Eigentümer zustimmen.

Kabel (DOCSIS)

Upload
Die bundesweiten Gigabit-Tarife laden mit 75 MBit/s hoch. Für Streaming reicht das, für große Uploads wird es eng.
Im Netz
Ein Straßenzug teilt sich ein Segment. Abends, wenn viele gleichzeitig streamen, kann das Tempo spürbar sinken.
Am Haus
Die Dose ist meist schon in der Wohnung. Ein Kabelmodem genügt, gebaut wird nichts.

Wer vor allem streamt und surft, kommt mit Kabel-Gigabit gut aus. Wer viel verschickt, fährt mit der Faser besser. Und wo beide Leitungen liegen, lohnt der Blick auf den Upload mehr als der auf den Download.

Von hier aus weiter

Ausbau nach den Meldungen im Breitbandatlas des Bundes, Tarife mit Stand 24.9.2026.